Die Verleihung verpasst? Kein Problem. Die gesamte Veranstaltung inklusive der Laudatio von Prof. Dr. Harald Welzer, der bewegende Dankesrede und dem spannenden Bühnengespräch steht nun als Video-Aufzeichnung zur Verfügung.
Der Ellsberg Whistleblower Award 2026 wurde am 12. März 2026 um 19 Uhr in der taz Kantine (Friedrichstraße 21, 10969 Berlin) an den kolumbianischen Whistleblower Andrés Olarte Peña verliehen. Seine Enthüllungen über Umweltverbrechen und systematische Vertuschung beim staatlichen Ölkonzern Ecopetrol bildeten die Grundlage für den Bericht „Crude Lies“ der Environmental Investigation Agency (EIA) sowie die BBC-Dokumentation „Colombia: Petroleum, Pollution and Paramilitaries“.
Wir freuen uns als Laudator auf Prof. Dr. Harald Welzer, Soziologe, Sozialpsychologe und Autor. Im anschließenden Bühnengespräch erörterten wir mit Owen Pinnell (BBC) und Alexander von Bismarck (EIA) die Recherchen zum Fall, den Prozess des Whistleblowings und mögliche Auswirkungen auf Kolumbien und Lieferketten. Danach laden wir zum Beisammensein mit Snacks und Getränken ein. Veranstaltungssprache ist Englisch.
Ort: taz Kantine, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin und als Stream
Termin: Donnerstag,Anmeldung über diesen Link
Der Ellsberg Whistleblower Award wurde initiiert von taz Panter Stiftung, Wau Holland Stiftung, Reva and David Logan Foundation und Whistleblower-Netzwerk (WBN) und wird getragen von Journalismus- und Whistleblower-Organisationen weltweit. Die Preisverleihung findet in Kooperation mit Reporter ohne Grenzen statt. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Wir freuen uns über Spenden.
Andrés Olarte Peña hat für Ecopetrol, Kolumbiens größtes Unternehmen gearbeitet. Der Konzern, mehrheitlich in Staatsbesitz, fördert vor allem Öl und Gas. Mehr als die Hälfte wird exportiert und geht in die globalen Lieferketten ein.
Er fand heraus, dass Ecopetrol Gewässer verseucht und Umweltverschmutzungen gezielt vertuscht hat, dass Methangas illegal abgefackelt wurde, dass Umweltaktivist:innen überwacht und eingeschüchtert wurden. Er wandte sich an Aufsichtsbehörden. Nichts geschah. Schließlich hat er die EIA kontaktiert.
Die internationale Jury des mit 10.000 € dotierten Ellsberg Whistleblower Awards hob hervor: Der Fall von Andrés Olarte steht beispielhaft für den außergewöhnlichen Mut eines Whistleblowers, der enorme persönliche Risiken auf sich nimmt, um weitreichende Missstände und Menschenrechtsverletzungen aufzudecken. Für seine Haltung zahlte Olarte einen hohen Preis: Einschüchterungen, anonyme Morddrohungen und das Exil in Europa. Diese Opfer unterstreichen sein außergewöhnliches Engagement für das öffentliche Interesse.
Das feiern und unterstützen wir gemeinsam!
Executive Board
In Kooperation mit

Workshops: Whistleblowing, Journalismus und Unterstützungsstrukturen
12. März 2026 von 13:30 bis 17:00 Uhr (CET)
Am Tag der Preisverleihung 2026 veranstalten wir in Kooperation mit Reporter ohne Grenzen zwei nicht-öffentliche Workshops zur Zusammenarbeit zwischen Journalismus, Whistleblowing und NGOs:
Programm
13:30 – 15:00 Uhr (CET): Zusammenarbeit zwischen investigativem Journalismus und Whistleblowern
Moderation: Michael Sontheimer, Journalist, Autor und Vorstandsmitglied der taz Panter Stiftung.
15:30 – 17:00 Uhr (CET): Whistleblower-Unterstützungsstrukturen und investigativer Journalismus [Digitale Teilnahme möglich]
Moderation: Renata Ávila Pinto, Rechtsanwältin für Menschenrechte und CEO der Open Knowledge Foundation.
Mit Beiträgen von:
- Annegret Falter, Vorsitzende von Whistleblower-Netzwerks (WBN), mit einer Begrüßung und einem Überblick über bestehende Unterstützungsstrukturen.
- Sven Becker, investigativer Journalist beim SPIEGEL, über seine vielfältigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Whistleblowern.
- Alexander von Bismarck (Executive Director, EIA), Owen Pinnell (Dokumentarfilmer, BBC) und Andrés Olarte (Preisträger des Ellsberg Whistleblower Awards 2026) über die Kooperation im Fall Ecopetrol und die „Iguana Papers“.
- Henri Thulliez, Strategiedirektor der Platform to Protect Whistleblowers in Africa (PPLAAF), über die Arbeit einer internationalen Whistleblower-Organisation und deren Verhältnis zur Presse.
- Delphine Halgand-Mishra, Geschäftsführerin von The Signals Network, über Trainings für Journalisten zum Umgang mit sensiblen Quellen.
- Kosmas Zittel, Geschäftsführer von Whistleblower-Netzwerk (WBN), über die Rolle von Whistleblower- Unterstützungsorganisationen bei nicht-öffentlichen Fällen.
Zusammen mit Journalist*innen und Aktiven von Organisationen wie +972, Wau Holland Stiftung, Disruption Network Lab, ARIJ – Arab Reporters for Investigative Journalists, IStories, AIWI – AI Whistleblower Initiative, Whistleblower Aid, Deutsche Umwelthilfe, Transparency International, AllRise, WWF, Greenpeace, Heinrich-Böll-Stiftung, kolko – Menschenrechte für Kolumbien, DIE ZEIT, Reva and David Logan Foundation sowie der taz werden wir:
- von den Erfahrungen anderer profitieren,
- Best Practices identifizieren,
- das Verhältnis zwischen Journalismus und Whistleblower-Unterstützung diskutieren,
- evaluieren, welche Strukturen fehlen oder gestärkt werden müssen, und Strategien für deren Verbesserung entwickeln.